The Dark Knight Rises

2:45 düstere Stunden, orchestriert von einem Hans Zimmer-Klangteppich:
Das Finale von Nolans Batman-Trilogie wiegt so schwer, so episch, dass es eigentlich schief gehen muss.

Meinem Gestänker zu The Dark Knight und Inception zum Trotz bin ich allerdings hinreichend gespannt. Nun denn.

Und hier ist er, der schonungslose Review, die eine und einzige Wahrheit über The Dark Knight Rises.

Selbstverständlich wird dabei schwerstens gespoilert, aus meinem generellen Anstandsgefühl heraus jedoch stets mit Kindersicherung:
[spoiler]Bruce Wayne ist Batman![/spoiler]

(Leider funktioniert das „Aufdecken“-Feature nicht auf iOS-Geräten, so dass 23% der Leser willkürlich benachteiligt sind. Als Work Around kann man aber die „Reader“-Funktion in der Safari Adresszeile nutzen.)

I believed in Harvey Dent.
(Commissioner Gordon)

The Plot
8 Jahre nach Harvey Dents Heldentaten herrscht Ruhe auf Gothams Straßen. Die Bad Guys sind alle im Knast. Bruce Wayne ist als Misanthrop in (Invaliden-) Rente gegangen; Batman wurde auch schon länger nicht mehr gesehen.
Bis erneut ein Superschurke auftaucht: Bane.
[spoiler]Ra’s Al Ghuls Sohn, der die aktuelle Reinkarnation der League of Shadows darstellt.[/spoiler]

Bane verfolgt einen finsteren Plan, nämlich Gotham zu zerstören.
Als Bruce ein Problembewusstsein entwickelt, reaktiviert er Batman. (mehr zum Thema Mobilisierung von Rentnern: hier)
Leider lockt ihn Catwoman Selina Kyle aber in eine Falle. Batman wird von Bane übel verprügelt, wenn auch nicht getötet. In der Folge nimmt Bane die Stadt mehrere Monate lang in Geiselhaft,
[spoiler]indem er einen von Wayne Industries entwickelten Fusionsreaktor in eine mobile Bombe verwandelt.[/spoiler]

Während des Showdowns mit dem frisch genesenen Batman stellt sich dann heraus,
[spoiler]dass Bane doch nicht Ra’s Al Ghuls Sohn ist, sondern die nette Miranda Tate in Wirklichkeit Ra’s Al Ghuls Tochter.[/spoiler]
In letzter Sekunde kann Batman die Stadt retten, weil er im erneuten Faustkampf gegen Bane besteht und dann
[spoiler]die Bombe ausser Landes fliegt – aber leider in der Detonation stirbt. und sich nach Italien absetzt und dort mit Selina Kyle glücklich wird.[/spoiler]

The Verdict
Wie befürchtet – The Dark Knight Rises hat mich nicht überzeugt. Zu viele Dinge stören. Angefangen damit, dass Bruce Waynes geheime Identität kein Geheimnis mehr ist. Bane weiss bestens bescheid, und auch der kleine Streifenpolizist John Blake sagt es Bruce auf den Kopf zu.
Dann wären da noch Butler Alfred, Lucius Fox, Selina Kyle, Miranda Tate: jedermann weiss, wer Batman ist. Nur Oberdetektiv Commissoner Gordon, der die Ermittlungen weitestgehend aus dem Krankenbett leitet, hat es noch nicht herausgefunden. Also verrät Batman fairerweise auch ihm sein Geheimnis.

Dann der grundsätzliche Plot: „Jemand möchte Gotham zerstören.“
Wie schon in Batman Begins und The Dark Knight. Passend dazu wird laufend auf Ra’s Al Ghul und auf Harvey Dent Bezug genommen, beide tauchen als Halluzination und als Flashback auch auf. Selbst Scarecrow Dr. Crane spielt erneut mit (gut) – nur der Joker wird mit keiner Silbe erwähnt??!

Roland Daggett: „I’m in charge here!“
Bane (legt sanft seine Pranke auf Daggets Schulter): „Do you feel in charge?“

Womit wir bei Bane wären. Denn der Vergleich Bane vs. Joker vs. Scarecrow drängt sich nun ja auf. Und da zieht Bane leider den Kürzesten. Seine Statur und auch seine Stimme sind beeindruckend (wenn auch der verwendete Voice Filter dafür sorgt, dass manches unverständlich wird), aber an die unzurechnungsfähig-geniale Bedrohlichkeit Scarecrows oder des Jokers kommt er nicht heran.

Auch Catwoman – die während des gesamten Films keinmal so genannt wird – ist nur Beiwerk. Das Abendblatt vergleicht sie sogar mit Jar Jar Binks. Autsch.
[spoiler]Dass ausgerechnet Catwoman Bane mit einem grosskalibrigen Schuss des Batpods erledigt, setzt Banes Stellenwert weiter herab. Schade, dass sie in Bruce Waynes letzter Szene als seine Begleiterin erkennbar ist. „Eine anonyme Brünette von hinten“ wäre die bessere Lösung gewesen.[/spoiler]

Insgesamt ist das momentane imdb 9er-Rating nicht gerechtfertigt. The Dark Knight Rises ist kein schlechter Film, aber deutlich weniger spektakulär als der Hype, der um ihn gemacht wird. Und über die lahme Inszenierung der Faustkämpfe / sonstigen Action will ich mich gar nicht auslassen.
[spoiler]Ebensowenig über Bruce Waynes mehrmonatigen Aufenthalt in einem marokkanischen Erdloch.[/spoiler]

Dies ist in 7 Jahren der längste Text auf dieser Webseite.
Wer bis hierhin gelesen hat, schuldet mir einen Kommentar.

2 comments on “The Dark Knight Rises

  1. Frank 29. Juli 2012 14:27

    Wie immer, messerscharf analysiert und knallhart auf den Punkt gebracht.

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