The Hunger Games

Nee, echt. The Hunger Games macht mehr falsch als richtig.
Weil mir grade danach ist, erkläre ich auch mal etwas ausführlicher, warum:

Panems Oberschicht lebt im Luxus der Hauptstadt.
In den zwölf Distrikten dagegen wird die Arbeiterklasse von der Polizeibehörde kontrolliert. Als Blutzoll („Tribute“) müssen die Distrikte jährlich je zwei Teenager stellen, die medienwirksam gegeneinander um ihr Leben kämpfen.

Fast eine Stunde benötigt der Film für das Setup. Die Heldin Katniss Everdeen und auch ihr Leidensgenosse Peeta Mellark bleiben dabei blutleer. (Weil Jennifer Lawrence nur einen Gesichtsausdruck hat. De Niro hat es so ja weit gebracht; aber das ist eine andere Geschichte.)
Ständig muss ihr jemand sagen, was zu tun ist: Beeindrucke das Publikum! Säg das Wespennest ab! Fake eine Romanze mit Peeta!

Als die Hunger Games dann endlich losgehen, zeigt der Film … nichts.
In jedem Astloch sind Kameras während die Teenies einander umbringen, aber das Kinopublikum darf es nicht sehen – das PG-13 Rating lässt grüssen. Das erinnert stark an Schwarzeneggers Running Man, aber neben der Schulmädchen-Schnittfassung fürs Nachmittagsprogramm gibt es dort auch eine 18er Variante.

Die Nebenrollen sind prominent besetzt. Und tatsächlich stehlen Woody Harrelson als abgewrackter Hunger Games-Veteran und Stanley Tucci als TV-Showmaster den blassen Hauptdarstellern die Show. Lenny Kravitz hingegen fällt lediglich auf, weil er Lenny Kravitz ist und goldene Wimperntusche trägt. Bravo. Das wird seine Filmkarriere beflügeln.

Was bleibt, sind noch diverse lose Enden, deren Storylines wahrscheinlich den 140 Minuten-Schnitt nicht überstanden haben, und daher besser hätten ganz rausbleiben sollen: zum Beispiel Katniss‘ Beziehung zu ihrem Boyfriend zu Hause in Distrikt 12 und Peetas Camouflage-Künste.

Also. The Hunger Games macht mehr falsch als richtig.

2 comments on “The Hunger Games

  1. Jan 6. April 2012 11:55

    Ich weiss. Mein Trackback zu Dir hat aber irgendwie nicht funktioniert.

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